40 Teams stellten sich dem Härtetest über sechs Stunden in Damscheid
Alljährlich heulen in Damscheid die Zweitaktermotoren bei einem Härtetest für Mann und Maschine: Das Sechs-Stunden-Mofarennen lockt auch in diesem Jahr 40 Teams und rund 1000 Schaulustige.
DAMSCHEID. Prall gefüllt war die 150 Meter lange Boxengasse beim Mofarennen in Damscheid: Ganze 40 Teams hatten sich schon Wochen zuvor angemeldet, um über die Rennstrecke zu düsen. Um 13 Uhr fiel der Startschuss, woraufhin die Fahrer bei herrlichem Sonnenschein Ausdauer beweisen mussten. Denn das Team, das sechs Stunden später die meisten Runden zurückgelegt hatte, gewann. Immer wieder sah man am Rande der Boxengasse fliegende Wechsel - jedes Team bestand aus zwei bis sechs Mitgliedern.
Sprung war eine Attraktion
Auch die Besucher packte das Rennfieber: eine gute Sicht direkt auf die Strecke, ein Sprung, bei dem einige Mofas mehrere Meter hoch flogen und eine begehbare Boxengasse waren Grund genug, hier einige Stunden zu verbringen. Mehr als 1000 Besucher aus dem ganzen Land reisten dazu nach Damscheid. Aus Wiesbaden und Kaiserslautern kamen sogar Hacko-Fahrer, die am Rande des Rennens ihre Begeisterung für den Rennsport demonstrierten.
Besonders schwierig ist die extreme Materialbelastung der Mofas durch den sechs-stündigen Dauerbetrieb, erklärte Michael Blatt, der vor sieben Jahren das Mofarennen zusammen mit Marco Blatt sowie Horst und Toni Rosner ins Leben gerufen hat. "Dazu kommt auch noch, dass die Fahrer sich auf die Strecke konzentrieren müssen. Dieses Jahr haben wir besonders viele Spitzkehren und einen großen Sprung eingebaut", so der langjährige Motorsportler. Begonnen hat alles mit einer spontanen Idee: Drei Mofateams sollten damals gegeneinander antreten. Von Jahr zu Jahr kamen aber immer mehr hinzu. Die ersten drei Rennen fanden noch in Maitzborn statt, seit vier Jahren organisiert die Dorfjugend auf Damscheider Gemarkung das Spektakel, das ohne die zahlreichen Helfer nicht so reibungslos ablaufen würde.
Bereits eine Woche vor dem Rennen haben die Damscheider Jugendlichen damit begonnen, die Strecke zu bauen. Der 1000-Meter-Parcours entstand unterhalb des Sportplatzes auf einer Wiese. "Das ist schon das zweite Rennen auf diesem Platz", erklärte Toni Rosner als Verantwortlicher für die Organisation des Rennablaufs. "Letztes Jahr hatten wir hier eine 800 Meter lange Strecke, aber für 40 Teams brauchen wir mehr Platz."
Auch eine Besonderheit war die Zähltechnik mit Transpondern. Sobald ein Mofa über eine Magnetschleife im Boden fuhr, wurde die Startnummer direkt in den Computer übermittelt. So konnte die genaue Rundenzeit für jedes Team ermittelt werden. Auch die Besucher konnten so live die Platzierungen auf der Leinwand mitverfolgen. Die ersten Renn-sportler und Hobbyschrauber reisten bereits am Freitagnachmittag an. Die längste Anreise hatten wohl die Teams aus Hilden bei Düsseldorf, Karlsruhe und Mönchengladbach. Echte Rennatmosphäre kam bereits beim freien Training auf, als die Mofas ab 18 Uhr über die Strecke düsten. Die Band "Steelpreacher" sorgte anschließend für die richtige Musik. Die Metal-Band aus der Region Bad Ems spielte bis Mitternacht auf der Bühne am Damscheider Waldrand.
Eltern packten mit an
Gut verpflegt wussten sich alle Mofateams, die sich für das Frühstück am Samstagmorgen angemeldet hatten. Wie jedes Jahr organisiert eine Eltern-Aktiv-Gruppe die Verpflegung bei dem Event. So gab es auch an dem langen Renntag Bremsklötze, Pizza-Baguettes und Bratwurst.
Nach sechs langen Stunden waren die Siegerteams am Ziel und es stand fest, wer den Wanderpokal mit nach Hause nimmt: Den ersten Platz belegte das "Prima Team Mosel", das 163 Runden gefahren war. Sie schafften eine der schnellsten Zeiten und umrundeten den Parcours innerhalb von einer Minute und 50,977 Sekunden. Die "Opel Gang Wiebelsheim" schaffte es mit 158 Runden auf den zweiten Platz, dicht gefolgt vom "Racing Team Rosner" mit 157 gefahrenen Runden. Beide fuhren eine Runde mit einer Zeit von zwei Minuten und fünf Sekunden.



