Sechs Stunden lang schenkten sich die Teams beim Rennen auf der 670 Meter langen Strecke vor 400 Zuschauern nichts - Sieger nutzten den Heimvorteil
Die dröhnenden Motorengeräusche kündigten das "Sechs-Stunden-Mofarennen" in Damscheid am vergangenen Samstag den Besuchern von weitem an. 26 Mofas düsten sechs Stunden am Stück über die 670 Meter lange und sehr kurvenreiche Rennstrecke.
DAMSCHEID. Um 13 Uhr fiel am Samstag der Startschuss in Damscheid, und das Team, das sechs Stunden später die meisten Runden zurückgelegt hatte, gewann. Ununterbrochen fanden fliegende Wechsel zwischen den zwei bis fünf Teammitgliedern in der Boxengasse statt.
Die Schwierigkeit bei dieser Form von Rennen sei zum einen, dass die Mofas sich nicht überhitzen und das Material der enormen Belastung standhalte, erläuterte einer der Veranstalter. Außerdem erfordere dies eine hohe Konzentration von den Fahrern, weil die Strecke mit zwei Hügeln und vielen engen Kurven recht anspruchsvoll sei und sie zudem Rücksicht auf die anderen Teilnehmer nehmen müssten. "Das lange Fahren ist anstrengend, weil es auf die Knochen geht ohne Ende", erklärte Michael Blatt, der vor fünf Jahren das Mofarennen zusammen mit Marco Blatt sowie Horst und Toni Rosner ins Leben gerufen hatte. Angefangen hat alles mit einer spontanen Idee, aus der ein Rennen mit drei Teams entstanden ist. Von Jahr zu Jahr kamen aber immer mehr hinzu.
Die ersten drei Rennen fanden in Maitzborn statt. Seit zwei Jahren wird das Spektakel nun schon von der Dorfjugend Damscheid und vielen Helfern organisiert, ohne die die Veranstaltung auch diesmal nicht so reibungslos verlaufen wäre. Sowohl die Teams als auch die rund 400 Zuschauer reisten aus dem ganzen Hunsrück an.
Nicht nur Mofafreunde kamen dabei auf ihre Kosten. "Das ist eine allgemeine Gaudi für jedermann", so ein Besucher aus Damscheid. Das Moderationsteam, das die Rennbahn hoch oben von einem Turm überwachte, kommentierte das Geschehen mit Begeisterung.
Die meisten Teams nahmen nur "aus Spaß an der Freude" teil, so Dirk Vogel, Mitglied des Teams "Kuhns & 4 Vögel". Bis kurz vor dem Rennen lief ihre selbst gebaute Maschine noch nicht. Auf Hochtouren wurde geschraubt und geschweißt, bis sie schließlich doch noch pünktlich an den Start rollten. Während für die einen der Spaß im Vordergrund steht, sind andere ehrgeiziger: "Wenn ich fahre, fahre ich, um zu gewinnen", bekräftigte Alexander Rector aus Liebshausen.
Fast hätte die Besucher, und natürlich auch die Besucherinnen, den Eindruck gewinnen können, dass diese Form von Motorsport eine Männerdomäne ist. Doch ganz so war es dann doch nicht beim Mofarennen in Damscheid: Immerhin ein tapferes Frauenteam trat an. "Ich habe beschlossen, wenn ich ein rosa Mofa kriege, fahre ich mit. Und dann stand auf ein Mal ein rosa Mofa vor meiner Tür", erzählte Alexandra Weber aus Wiebelsheim. Nach dieser wundersame Fügung suchte sie sich noch drei andere wagemutige junge Frauen. In diesem Jahr war das Frauen-Power-Team nun schon zum zweiten Mal dabei. Während letztes Jahr sowohl Mofa als auch Kleidung rosa waren, flitzten die Vier dieses Jahr als "Verrückte Frösche" in knallgrün über die Piste.
Am Abend standen die Sieger fest: Mit sensationellen 207 Runden belegte das Team "Black", bestehend aus Andreas Stoffel sowie Marco und Michael Blatt aus Damscheid den ersten Platz und bekam den Pokal. Doch das Team "Queen" aus Emmelshausen stand ihnen in nichts nach, denn die tollkühnen Fahrer erreichten mit kaum weniger beeindruckenden 204 Runden den hervorragenden zweiten Platz in der stark besetzten Konkurrenz.
Marie-Christine Demel






